Taiji-Qigong-Szene - Infos zu Dr. Bölts (Uni Oldenburg) und Dr. Langhoff (DTB-Vorstand)

Die Taijiquan-Qigong-Szene - ein kurzer Rückblick mit Updates

Der "Qigong-Dachverband Deutschland (QDD ev)" ist Mitglied im Taijiquan-Qigong-Dachverband DTB ev und vertritt dessen wissenschaftliche Arbeitsweise sowie die bundesweiten Qualitätsstandards. Alle Kurs-Angebote tragen das Krankenkassen-Siegel "Deutscher Standard Prävention". Beide Verbände und ihre Partner-Institute grenzen sich ab von der Taiji-Qigong-Szene und möchten mit ihr nicht verwechselt werden. Die eng-gefaßten Szene-Vorstellungen mit ihrer traditionellen Esoterik und ihrer politischen Korrektheit behindern das Ausschöpfen der Potenziale der chinesischen Übe-Systeme. Dazu folgen hier einige Informationen

Durch die Verbreitung der Social Media haben sich die Möglichkeiten zum Austausch zwischen den Praktizierenden des Qigong und des Taijiquan extrem ausgeweitet. Aber auch die Kehrseite war dabei schnell klar: Das Internet mit seiner "Copy-And-Paste-Mentalität" und Verzicht auf größere Zusammenhänge fördert den gefürchteten "Mobrule-Spin", die gezielte einseitige Darstellung. Dieser "Patchwork-Charakter" führt zu immer mehr Intransparenz und Oberflächlichkeit.

So gab es bald einen unübersehbaren Flickenteppich unterschiedlichster Auslegungen und Ansichten über die Künste selbst und die Art, sie zu betreiben. Diese Community bezeichnet sich selbst häufig als "Taijiquan-Qigong-Szene" oder kurz "Taiji-Qigong-Szene". Sie schuf sich ihr Zuhause in Netzwerken, Foren, Blogs etc. und betrieb Zusatz-Öffentlichkeitsarbeit in Printmedien wie Journalen und Zeitschriften.

Dabei zeigte sich eine große Bandbreite von Heilslehren und Lobby-Vereinigungen, die alles mögliche im Sinn hatten, aber nicht Standards und Verifizierung. Hinzu kamen Halbwissen und Abkehr von Argumentation - es zählten "gefühlte Fakten", als wäre man in einer nicht endenwollenden Film-Szene. Die einzige Gemeinsamkeit war künstlerisch-kreative Denkungsart und eine Unspezifiziertheit, die den Durchblick besonders für Laien erschwerte. Aufschlußreich war auch die Podiumsdiskussion im März 2013 und Abgrenzung des DTB-Dachverbandes (siehe Bericht und DVD des Taijiquan-Qigong-Journals). Es ging in der öffentlichen Podiumsdiskussion in Hamburg um Überprüfbarkeit von Qualität im Fachbereich Qigong.

Infos zu Dr. Bölts (Uni Oldenburg) und Dr. Langhoff (DTB-Vorstand)

Widerstand an dieser Negativ-Entwicklung kam zum einen von Dr. Stephan Langhoff, Tai Chi Zentrum Hamburg und zum anderen von Dr. Johann Bölts, Uni Oldenburg und DAK-Prüfkommission. Erster plädierte für ideologie-freien Faktencheck und begann bereits Ende 1980 mit der Zusammenarbeit mit Krankenkassen im Bereich Prävention. Dr. Bölts etablierte mit dem „Kontaktstudium Qigong“ eine bundesweit einzigartige universitäre Weiterbildung. Sein Fokus lag auf dem Qualitätsmanagement für die DAK-Krankenkasse.

Ihm wurde vorgeworten, Kriterien zu formulieren, die indirekt traditionelle Ausbildungswege als unzureichend diskreditieren. Dr. Bölts empfand dies, wie er es formulierte, als "Dilemma". Verständlich, da er selbst Qigong-Ausbildungen durchführte. Er gilt vielen als Wegbereiter hin zur "Qigong-Akademisierung", einer geregelten Standardisierung, die alle Krankenkassen umfaßte und zugleich andere Übesysteme wie Tai Chi Chuan (Taijiquan) und Yoga. 2014 bildete sich im DTB der wissenschaftliche Beirat. Er sorgte dafür, daß das DTB-Dozenten-Team von der DAK-Prüfkommission für alle Krankenkassen anerkannt wurde.

Zahlreiche Szene-Gruppierungen bezogen öffentlich Stellung gegen Langhoff, Bölts und wenige andere wissenschaftlich orientierte Protagonisten. Zwar hatten sie keine einheitlichen Vorstellungen aber diese illustren Kreise waren vereint in der Ablehnung der geplanten "ECTS-Konzeption", die mittels Creditpoints Kompetenzbereiche  bewertet. Ein solches "Scoring-Modell" ist beim Dt. Taichi-Bund - Dachverband für Taichi und Qigong ev (DTB) seit seiner Gründung 1996 in Gebrauch. Diese "Nutzwert-Analyse" bildet seither ein umfassendes Korrektiv gegen Esoterik, Qi-Welten und Heilslehren der Taiji-Qigong-Szene.

Als der Krankenkassen-Verband Vdek 2020 umstellte auf moderne Scoring-Standards, strich er alle Fach-Organisationen der Szene aus dem ZPP-Leitfaden. Dieser mutige, längst überfällige Schritt bedeutet zum einen eine wichtige Bestätigung des DTB-Ansatzes und zum anderen den absoluten Tiefpunkt in der Szene-Reputation - Glaubwürdigkeit und Seriosität unterliegen künftig einer scharfen Kontrolle. Die Kassen haben eigene Standards inclusive einer Abschlußprüfung geschaffen und erkennen Szene-Leitlinien nicht mehr an. Es bleibt das Geheimnis des Vdek, was diese "Notbremse" ausgelöst hat. Waren es die Szene-Kapriolen, ihr "Anbieter-Bashing", die Zersplitterung ihrer Vertretungen oder die Argumente von Wissenschaftlern wie Bölts und Langhoff?

Tuishou / Pushhands und Innere Kampfkunst

Der Kern-Begriff "Qi (Innere Kraft)" als "heiliger Gral" für viele Praktizierende nat naturgemäß eine unwiederstehliche Anziehungskraft für unterschiedlichste Szene-Gruppierungen - von Kampfkunst und Heilslehren bis hin zu Lobby-Verbänden wie dem DDQT-Dachverband, der zum Ziel hat, der Szene ein Zuhause zu bieten. Auch der Kern-Begriff "Jin (Energie-Anwendung)" sorgt vielerorts für erhitzte Debatten. Er betrifft die Partner-Übungen "Tuishou / Pushhands" und wird gesehen als eine Brücke zwischen Taijiquan und Qigong.

Vgl. Partner-Übungen "Tuishou / Pushhands": Die DTB-AG organisiert Treffen, Kontakte, Austausch und Fach-Fortbildungen für Tuishou / Pushhands. Abgrenzung: Nils Klug, Hannover, Ex-Vorstand DDQT.

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